Rückkehr der Wankheimer Trachtensammlung

Trachten in der Wankheimer Trachtenstuben von Walter Bauer
Trachten in der Wankheimer Trachtenstuben von Walter Bauer

Der Geschichtsverein Härten vermittelte die Rückführung einer kulturgeschichtlich wertvollen Sammlung. Das Kulturamt der Stadt Tübingen stellt den Wankheimer Trachtenstuben von Walter Bauer vier komplett erhaltene Härtentrachten aus dem Nachlaß von Luise Zengler als Leihgabe zur Verfügung.

Kusterdingen-Wankheim. Mitte der 70er Jahre schien alles klar: Die landesweit bekannte Wankheimer Trachtensammlerin Luise Zengler wollte den Inhalt ihres Heimatmuseums der Gesamtgemeinde Kusterdingen vermachen, sofern die Sammlung im Ortsteil dauerhaft ausgestellt würde. Die Gemeinde Kusterdingen – den Wert der Sammlung erkennend – vereinbarte mit ihr eine Unterbringung im Wankheimer Rathaus. Als die Gemeinde jedoch eine Verwahrung im Kusterdinger Zentralort vorsah, zog die resolute Wankheimerin ihre Konsequenzen: Sie vermachte die beachtliche Sammlung der Stadt Tübingen. Nach ihrem Tod im Jahr 1984 gingen die Exponate somit in die Hände des Kulturamtes der Stadt über, das zeitweise Teile der Sammlung im Dachgeschoß des Theodor-Haering-Hauses öffentlich ausstellte. Der überwiegende Teil jedoch lagerte in den Magazinen.Erst jetzt, nachdem die Trachten mehr als ein Jahrzehnt in Tübingen verweilten, gelang die teilweise Rückführung nach Wankheim. Auf Initiative des Geschichtsvereins Härten e.V. leiteten der Vorsitzende Harald Bauer aus Kusterdingen, sein inzwischen verstorbener Stellvertreter Kurt Butterstein und der Sprecher des vereinsinternen Arbeitskreises “Wankheimer Trachten” Wilhelm Schall Verhandlungen mit der Stadt Tübingen ein. Harald Bauer zeigt sich über das Entgegenkommen der Stadt erfreut: “von Anfang herrschte eine konstruktive Atmosphäre. Das Verhandlungsergebnis ist optimal und wird allen Seiten gerecht. Gewinner ist die Öffentlichkeit, die nunmehr die Exponate dort bestaunen kann, wo sie hingehören – in Wankheim nämlich.”

Der Besitzer der Wankheimer Trachtenstuben, Walter Bauer – ebenfalls im Geschichtsverein aktiv – ist nicht nur der Sohn von Frau Zengler, sondern ebenfalls ein begnadeter Sammler. Seine kulturgeschichtlich beachtliche Sammlung umfasst neben den Trachten auch andere Zeugnisse des Brauchtums und der bäuerlichen Alltagskultur. Durch das Entgegenkommen der Stadt Tübingen kann er nun weitere vier komplett bekleidete Puppen ausstellen. Dabei handelt es sich um zwei Frauentrachten und um ein Kinderpärchen. Im Rahmen einer kommenden Veranstaltung des Geschichtsvereins sind die Trachtenstuben von Walter Bauer auch im Jahr 2001 zu besichtigen.

Die Vorstandschaft


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